P&R Container – Totalverlust für die Anleger unwahrscheinlich

Mitte März meldeten die P&R Container Vertriebs- und Verwaltungs GmbH, die P&R Gebrauchtcontainer Vertriebs- und Verwaltungs GmbH sowie die P&R Container Leasing GmbH bekanntlich Insolvenz an. Rund 3,5 Milliarden Anlegergelder stehen seitdem im Feuer. Mehr als 50.000 Anleger sind entsprechend beunruhigt.

Rund vier Wochen nach der Insolvenz der drei P&R-Gesellschaften melden sich die vorläufigen Insolvenzverwalter zu Wort. Die gute Nachricht vorweg. Die vorläufige Insolvenzverwaltung ist bemüht, die Container weiter zu vermieten und damit die Mieteinnahmen für die Anleger zu sichern. Ein Totalverlust sei daher nicht zu befürchten, auch die Gefahr möglicher Nachschusspflichten für Standgebühren der Container sei dadurch gemindert. Zudem lasse sich auch kaum feststellen, welcher Container welchem Anleger gehört, da der überwiegende Teil der Investoren kein Eigentumszertifikat angefordert hat. „Das Gute daran ist, dass die Investoren dann auch nicht für entstehende Kosten herangezogen werden können. Der Nachteil ist, dass sie auch keine Aussonderungsrechte geltend machen können, d.h. ihr Eigentum fließt in die Insolvenzmasse ein“, erklärt Rechtsanwalt Ralf Buerger, Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht aus Hagen.

Auch wenn der Totalverlust für die Anleger unwahrscheinlicher geworden ist, müssen die Investoren dennoch mit erheblichen Verlusten rechnen. Eine Prognose wie viel Kapital der Anleger gerettet werden könne, sei derzeit seriös nicht möglich, sagte der vorläufige Insolvenzverwalter Michael Jaffé gegenüber dem Handelsblatt. Forderungen zur Insolvenztabelle können aber ohnehin erst angemeldet werden, wenn die Insolvenzverfahren regulär eröffnet sind. Bis dahin können Monate oder Jahre vergehen. Ob sich die P&R Transport-Container GmbH über Wasser halten kann, ist derweil offen. Nach eigenen Angaben hat sie selbst Forderungen gegenüber den insolventen P&R-Gesellschaften, die nun auszufallen drohen. Ob sie die Ende Mai fälligen Mietzahlungen an die Anleger leisten kann, ist daher offen. Seit 2017 haben Anleger etwa 390 Millionen Euro bei der P&R Transport-Container GmbH investiert.

Da sich die Eröffnung der regulären Insolvenzverfahren noch über einen langen Zeitraum hinziehen kann und nicht davon auszugehen ist, dass die Insolvenzmasse ausreichen wird, um die Forderungen der Gläubiger vollauf zu befriedigen, können die Anleger ihre Ansprüche auf Schadensersatz prüfen lassen. Rechtsanwalt Buerger: „Die Anlageberater und Vermittler hätten die Anleger über die bestehenden Risiken und insbesondere über ihr Totalverlust-Risiko aufklären müssen. Zudem hätten sie die Plausibilität des Geschäftsmodells der Container-Direktinvestments prüfen müssen. Haben die Berater und Vermittler ihre Pflichten verletzt, können sie sich schadensersatzpflichtig gemacht haben. Durch die Geltendmachung von Schadensersatzansprüchen können die Anleger schneller zu ihrem Geld kommen als in einem langwierigen Insolvenzverfahren.“

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